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E-Scooter: Welche Bußgelder/Strafen sind bei einer Trunkenheitsfahrt zu erwarten?

Verfasst von Rechtsanwalt Florian Benedikt Schraml - Augsburg, 30.04.2020

Seit 15.06.19 dürfen im öffentlichen Straßenverkehr sogenannte E-Scooter gefahren werden. Nun hat auch das Amtsgericht Augsburg die ersten Strafurteile wegen Trunkenheitsfahrten auf E-Scootern gefällt.

Viele Menschen, die „etwas zu tief ins Glas geblickt haben“ kommen nun in der Sorge um ihren Führerschein auf die Idee, einfach ihr Auto stehen zu lassen und stattdessen mit einem E-Scooter nach Hause zu fahren.

Wie die Süddeutsche Zeitung vom 29.11.19 berichtet, registrierte die Polizei München in der Zeit von Juni bis November 2019 allein 1.660 Personen, welche betrunken mit einem E-Scooter unterwegs waren. Jede zweite dieser Trunkenheitsfahrten soll dabei mit einem Blutalkoholgehalt von mehr als 1,1 Promille begangen worden sein.

Wie das Polizeipräsidium Schwaben Nord mitteilt, wurden im selben Zeitraum im Stadtgebiet Augsburg 168 betrunkene E-Scooter-Fahrer erwischt. 

Rechtlich werden E-Scooter als sogenannte „Elektrokleinstfahrzeuge“ bezeichnet, welche mit einem Elektromotor ausgestattet sind. Somit gelten E-Scooter nach der Straßenverkehrsordnung als Kraftfahrzeuge. 

Als Konsequenz hieraus gelten für  Fahrer von E-Scootern daher genau dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer.Es ist also mitnichten so, dass ein betrunkener E-Scooter-Fahrer rechtlich besser zu behandeln wäre, als ein betrunkener Autofahrer. Dies ist nach wie vor aber vielen nicht bewusst. 

Folgende Strafen und Bußgelder drohen


1. Wer mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingten Auffälligkeiten zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält normalerweise einen Bußgeldbescheid über 500 €, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg.


2. Wer mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille fährt, begeht eine Straftat, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann, es drohen bis zu 3 Punkte in Flensburg und die Entziehung der Fahrerlaubnis.


3. Eine Straftat kann aber auch schon dann vorliegen, wenn mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille gefahren wird und der Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt.


4. Für Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit gelten 0,0 Promille (absolutes Alkoholverbot) – sie dürfen also unter Alkoholeinfluss überhaupt nicht hinter den Rollerlenker.

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